MÖHR-NIGGLI Weingut
Maienfeld GR

Die Reben im Sommer

Reduzieren und einschläufen

Das Ausbrechen von überschüssigen Trieben ist bereits erfolgt. Dies ist eine Massnahme zur Ertragsbeschränkung und zielt auf eine gute Qualität hin. 

Locker gehaltene Triebe werden besser durchlüftet, trocknen schneller ab, bekommen mehr Licht und können sich somit stärker entwickeln. Sie sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten. Auch später, bei der vollen Laubwand, wird durch das konsequente Auslauben der Traubenzone der gleiche Effekt erzielt. Damit der Wind die wachsenden Triebe nicht abbrechen kann, müssen sie nun laufend im Drahtbau "eingeschläuft" oder angebunden werden.

 


 

Die Reben blühen

Damit die Rebe blühen kann, benötigt sie warmes, trockenes Wetter. Die ganze Blüte wird von grünen Kronblättern umhüllt, die beim Aufblühen als Käppchen abspringen. Gibt es in diesem Stadium nasses und kaltes Wetter, bleibt das Käppchen kleben und die Blüte fällt ab. 

Bei gutem Wetter dauert die Rebenblüte ungefähr zehn Tage. Der herrliche Duft lockt weder Bienen noch Insekten zur Bestäubung an, die Rebe ist ein Selbstbefruchter. 


 

"Ein Kratten voll Schnee am Falknis" so heisst es bei uns in Maienfeld, bringt "Schneebeeren im Herbst". Das heisst, die Trauben verdieseln, einzelne Beeren wachsen nicht zu vollen Früchten aus und geben somit auch keinen Wein. 

Wichtig für den "Bluescht" ist stabiles, schönes und warmes Wetter. Nur so blühen die Reben gleichzeitig. Dies ist wichtig für einen einheitlichen Erntezeitpunkt. 

Vom Ende der Blüte bis zum Wimmelt (Ernte) dauert es im Normalfall bei den Pinot Noir Reben ca. 100-110 Tage. 


 

Auslauben der Traubenzone

Schon kurz nach der Blüte wird mit dem Auslauben der Traubenzone begonnen. Die aufwändige Arbeit wird bei uns von Hand gemacht. Dabei wird, in ein bis zwei Arbeitsgängen ein grosser Teil der Blätter in der Traubenzone ausgebrochen. Dadurch trocknen die Trauben, dank besserer Durchlüftung, nach einem Regen schneller ab und sind somit weniger anfällig für Pilzkrankheiten, wie Falscher oder Echter Mehltau, Botrytis etc. 

Wird diese Arbeit sorgfältig ausgeführt, können die Pflanzenschutzmittel gezielter eingesetzt und minimiert werden. 


 

Um die Trauben zur Reife zu bringen, braucht die Rebe nun weiterhin Sonne und Wärme. Das Sprichwort: "Einer Rebe und einer Geiss ist nie zu heiss", stimmt in unseren Lagen nur bedingt. Auch die Reben benötigen hin und wieder einen Regentag. 



 

oben abnehmen oder kappen

Damit die Reben nicht zu hoch werden und zur Seite kippen, wären die Triebspitzen ein bis zweimal im Laufe des Sommers oben abgeschnitten. 

Als Reaktion bildet die Rebe neue Seitentriebe (Geizen). In der Traubenzone werden diese ausgebrochen. Es ist sehr wichtig, eine gesunde und gut aufgebaute Laubwand zu erhalten, damit den Trauben genügend Nährstoffe zugeführt und mittels Photosynthese Zucker in die Früchte eingelagert werden kann. 



 

Ertragsregulierung

Es wird höchste Zeit, sich noch einmal mit dem Ertrag zu befassen. Bei guten Wachstumsbedingungen im Sommer wachsen viele und grosse Trauben. Es gilt, den künftigen Ertrag auf ein vernünftiges Mass einzustellen. 

Dazu werden maximal zwei Trauben pro Trieb belassen. Satte Trauben werden im noch grünen Stadium halbiert, damit die Beeren mehr Platz zum wachsen haben. Schultern oder ganze Trauben, die beim Farbumschlag noch grün sind, werden weggeschnitten.